Erst pusten, dann starten
abgelegt im Archiv Lifestyle am 29.01.07
Bereits im letzten Sommer startete die EU das Projekt "Alcolock-Field-Trail". Insgesamt 133 Autofahrer aus Norwegen, Spanien, Deutschland und Belgien nahmen am Projekt teil. In Deutschland wurden Lkw mit den so genannten Alcolocks ausgestattet, in Norwegen und Spanien Busse, in Belgien waren es die Pkw alkoholauffälliger Fahrer.
Alcolocks funktionieren im Prinzip wie eine Alkoholkontrolle der Polizei und sind der Zündung vorgeschaltet. Wenn man ins Auto steigt, heißt es deshalb zunächst einmal Pusten. Erst wenn das Gerät keinen Alkohol im Atem feststellen kann, springt eine Lampe auf "grün" und die Zündung lässt sich starten. Experten diskutieren derzeit kontrovers, ob Alcolocks in der Lage sind, das Problem von alkohol am steuer zu lösen. Dagegen sprechen im Augenblick noch die Kosten von rund 1.000 Euro pro Installation. Eine gesetzliche Einbaupflicht lehnt auch Klaus Kruse, Experte vom Bund gegen Alkohol und Drogen im Straßenverkehr (BADS) im Interview mit dem WDR ab.
Technische Bedenken meldeten der ADAC und der Automobilclub von Deutschland (AvD) an. Und der Deutsche Anwaltsverein (DAV) ergänzt um ungeklärte rechtliche Fragen. Außerdem ist es für den Fahrer ein leichtes, das Gerät zu umgehen. Nur jemand anderen Pusten lassen und schon kann es auch alkoholisiert los gehen. Da sollte man nochmal klug über eine Verbesserung nachdenken, bevor die Geräte flächendeckend eingesetzt werden.

Permalink: Erst pusten, dann starten
Tags: Alkoholkontrolle Sensor Alcolock
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